Alpentour 2026
Von Genf nach Ljubljana
Diese Jahr bleiben wir auf dem Kontinent. Und entgegen unserer üblichen Vorgehensweise haben wir uns auch erst sehr spät entschieden, wo es hingehen soll.
Der Plan ist, in zwei Etappen von Dortmund über Kalrsruhe und Sondernach (Frankreich) nach Genf (Schweiz) zu fahren. Von hier aus geht es in das Aostatal (Italien) und dann weiter in den Kanton Tessin (Schweiz). Einen mehrtägigen Aufenthalt haben wir dann in Bormio (Italien) geplant. Über Dorf Tirol (Italien) und Lienz (Österreich) geht es nach Ljubljana, wo wir 2 Tage zu Fuß unterwegs sein werden. Über Annaberg im Lämmertal, Neumarkt in der Oberpfalz und den Berggasthof Bayernturm geht es zurück nach Dortmund.

Eine Woche vor dem Start haben wir neue Reifen auf den Motorrädern, alle Wartungsarbeiten abgeschlossen und die Maut-Vignetten für die Schweiz gebucht. Am Wochenende vor der Abreise, Arbeiten wir unsere Packliste ab. Die Liste hat sich bewährt und hilft uns, alle Besorgungen rechtzeitig zu erledigen.

Tagesetappe: 389 km
Morgens frühstücken wir erst einmal und verquatschen uns ein bischen. Kurz nach 12 machen wir uns auf den Weg, der aufgrund der Empfehlungen meines Onkels auch noch 100 km länger ist als ursprünglich geplant. Wir fahren erstmal an der deutsch-französischen Grenze entlang und fahren dann von Norden in die Vogesen und schlagen uns immer entlang der Höhenzüge nach Süden. In Saint Marie aux Mines biegen wir ab auf die „Route des Crêtes“. Die Strecke ist der Kracher. Unterwegs machen wir uns einen Kaffee selbst, weil heute am Sonntag viele Läden zu oder überfüllt sind.



Unsere Unterkunft in Sondernach erreichen wir um 19:30, entledigen uns des Gepäcks und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant für das Abendessen. In Mezeral werden wir noch fündig: Die Küche im Hotel “ Le Soleil d’Or“ ist noch offen und wir bekommen ein gutes Abendessen.

Tagesetappe: 281 km

Gîtes & Chambres à louer “ La Source „
4 Route du Schnepfenried
68380 SONDERNACH
Tel.: 06 07 66 56 71
la-source5@orange.fr
Heute sind wir Sondernach aufgebrochen und mussten erst in die entgegengesetzte Richtung fahren, weil in Richtung Süden die Tankstelle zu weit entfernt war. Beim Packen zeigte sich, dass Sandra’s Packnetz auf der einen Seite amAuflösungserscheinungen hatte und schon einige Harken verloren gegangen sind. Das Problem scheint mit der Hitze vom oben liegenden Auspuff zusammenzuhängen, der die Gummibänder spröde gemacht hat. Wir müssen zum Tanken bis nach Munster zuückfahren und finden dort auch einen Baumarkt, in dem wir Zurrgurte für den Notfall kaufen.
Als alles erledigt ist fahren wir wieder durch Sondernach auf unsere ursprünglich geplante Route. Wir passieren dabei unsere Unterkunft und werden schon ein paar Meter weiter durch eine kurvige, sehr schöne Route belohnt. Wir folgen der Route nach Süden durch die Vogesen in Richtung St. Sursanne. In Alle halten wir an einem Bistro mit Schatten vor der Tür und machen Mittagspause. Kein kulinarisches Highlight aber einen willkommene Erholung. Von St Ursanne folgen wir der Doubs entlang der Route Hyppotyte. In Bretonvillers haben wir einen Langholztransport vor uns und fahren spontan einen kleinen Schlenker, der uns auf einer sehr schönen Strecke durch einen Wald führt. Unterwegs finden wir einen halbswegs kühlen Platz zum Ausruhen. Wir sind inzwischen schon ganz schön geschlaucht und brauchen unbedingt mehr Pausen. Danach geht es weiter Richtung Orchamps-Vennes. Bei Cuvier biegen wir auf die D 107 und fahren Richtung Genf. Die Strecke führt uns über sehr schöne Bergstrassen und wir haben auf der östlichen Seite einen Superausblick auf den Genfer See und den Mt. Blanc.

Tagesetappe: 369 km

Auberge Le Couronne
Rue du Village 30, 1295 Mies, Suisse
phone +41 22 755 24 90
info@aubergelacouronne.ch
Sehr nettes, kleines Hotel mit guten, rennovierten Zimmern und sehr guter Küche
Nach drei Tagen auf dem Moppeds machen wir heute einen Ausflug nach Genf. Die Bahnfahrt dauert knapp 20 Minuten und als wir dem Fahrscheinautomaten entlockt haben, wie wir an ein Ticket kommen, ist der Rest ganz unkompliziert. Die Fahrschienautomaten sind jedenfalls genauso nutzerunfreundlich, wie bei uns. Die Bahn fährt allerdings pünktlich. Vom Hauptbahnhof gehen wir zu Fuß zum See und nehmen spontan erst einmal einen Kaffee an der Uferpromenade. Danach passieren wir die „Pont du Mont-Blanc“ und betrachten den „Jet d’Eau“. Diese beeindruckend Fontäne hat wohl jeder schon einmal in den Nachrichten gesehen. Ich habe mir sie aber nicht so hoch vorgestellt. 140 Meter Höhe, 200 km/h Austrittsgeschwindigkeit, 7 to Wasser in der Luft, das sind beeindruckende Daten. Von hier aus gehen wir in den englischen Garten und biegen dann in die Altstadt ab. Was uns auffällt: Es gibt überall viele Motorradparkplätze, aber alle sind voll. Wir sind jedenfalls froh, dass wir in leichter Bekleidung hier sind. In der Stadt sind überall Baustellen, es ist stickig und warm und so richtig wohl fühlen wir uns nicht. Wir besuchen die Kathedrale, die durch ihre protestatntische Schlichtheit schon wieder schön ist. Auf dem Rückweg wollen wir einen Happen essen und stellen fest, dass sogar ein McD hier in Genf absurd teuer ist.
Nach eine Pause in einem Bistro an der Rhone machen wir uns auf den Weg zurück nach Mies. Genf ist sicherlich eine schöne Stadt, wenn man viel Geld hat. Wir haben das erwartet, trotzdem fragen wir uns, wie normale Menschen hier klar kommen. Besuchen ist ganz nett, leben wollen wir hier nicht.
Von Mies brechen wir um 10:20 Uhr auf. Der Weg durch Genf ist nervig, sehr heiß und dauert eine Stunde, die wir uns gerne gespart hätten. Da es heute nicht regnet, beschliessen wir die Route um das Mt. Blanc-Massiv zu nehmen und nicht durch den Tunnel zu fahren. Als erstes Zwischenziel steht Bonneville auf der Liste. Am Ortseingang mache ich ein Foto von der Bonni mit dem Ortseingangsschild. Von Bonneville fahren wir Richtung Süden, überqueren den Col de Aravis und biegen in Flumet ab nach Notre-Dame-de-Belcombe. Auf dem weiteren Weg passieren wir Beaufort, den Lac de Roselend und überqueren den Comet de Roselend. In Bourg Saint Maurice biegen wir in Richtung Kleinen St. Bernhard-Pass ab.
Der Kleine St. Bernhard-Pass zieht sich, sowohl rauf als auch runter. Auf dem Weg nach oben fängt die Bonni wieder an zu stottern. Bis hierhin ist sie seit dem Tausch des MAP-Sensors vollkommen geschmeidig gelaufen. Außerdem touchiert Sandra in einer Serpentine mit dem rechten Koffer einen Begrenzungsbalken und hat jetzt eine respektable Beule im Koffer.Wir fahren hinter dem Kleinen St. Bernhard-Pass Richtung Aosta. In La Thule biegen wir in Richtung Colle San Carlo ab und fahren noch einmal gefühlte tausend Serpentinen. In Morgex nehmen wir die Schnellstrasse, aber es kommt uns hier im Tal wieder heiß und stickig vor. Hinter Aosta biegen wir in das Aostatal ab und später bei Valpeline in das ???tal nach Bionaz.Bionaz durchqueren wir genauso wie alle anderen Dörfer. Sandra hat schon Zweifel, ob da überhaupt noch etwas kommt aber ganz an Ende des Tals, direkt am Staudamm des Lago di Place Moulin liegt unsere Unterkunft, das Locanda Place Moulin.

Tagesetappe: 277 km

Locanda Lac Place Moulin
Place Moulin, 11010 Bionaz, Italien
Telefon +39 339 606 6721
Ganz weit hinten im Tal, sehr ruhig, sehr lustiger Wirt und jeden Tag ein anderes Menü. Zimmer in gutem Zustand, sauber und gepflegt.
Donnerstag = Wandertag.
Was soll ich sagen, wir starten nach dem Frühstück zu einer Wanderung entlang des Lac Place Moulin. Es ist heiß, aber wir nehmen das Ziel zu Fuß in Angriff. Als wir oben an der Staumauer angekommen sind, haben wir gelernt, dass wir nicht im letzten, sondern im vorletzten Haus des Tals wohnen, das das Wasser des Sees türkisgrün ist und in Italien am letzten Zipfel noch Parkscheinautomaten stehen. An der Staumauer ist ein teilweise überdachter Parkplatz, aber obwohl dort noch Plätze frei waren, stehen Autos davor in der Sonne. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich.
Der Weg ist ein ständiges Auf und Ab, ab und an kommen ein paar Gebirgsbäche die Wand runtergestürzt und wir merken schnell, dass das gute Plätze für kurze Pausen sind. Die vermeintliche Hütte am Ende des Sees entpuppt sich als Kuhstall. So beschliessen wir, den Rückweg anzutreten. Auf dem Rückweg werden wir sogar unsere Sonnenhüte an einigen Wasserfällen befeuchten, um unsere Hitzewallungen zu reduzieren. Als wir wieder zurück sind, sind wir 8 bis 9 km gelaufen, etwas durch und trinken an dem Kiosk am Parkplatz ein viel zu teures Bier. Den Rest beschreiben die Bilder besser als Worte das könnten.
Tagesetappe: 9 km zu Fuß
Der Tag fing super an, mit einem italienischen Frühstück, der guten Laune des Wirtes und bestem Wetter. Wir haben die Tage im Locanda Lac Place Moulin genossen. Für Leute, die es ruhig mögen, ist das ein sehr guter Ort.
Wir sind dann das ganze Tag zurück nach Aosta gefahre und biegen dann nach Norden in Richtung Großer St. Bernhardpass ab. Leider gibt es seit ein paar Tagen immer wieder Störungen im GPS-System, so dass wir den Abzweig zum Pass verpassen und dann vor dem Tunnel auch nicht mehr drehen können. Also nehmen wir den St. Bernardo-Tunnel. Vor dem Tunnel war es schon recht warm und so verschwitzt wir in der Sommerjacken sind, spüren wir den Temperaturabfall im Tunnel sehr deutlich.
Hinter dem Tunnel halten wir uns immer in Richtung Martigny und gehen dort auf die Autobahn. Wir wollen heute stressfrei Meter machen und hatten digitale Autobahnvignetten schon vor der Reise gebucht. Die Autobahn geht bei Brig in eine Staatsstrasse über, der wir nach einem kurzen Stopp an einer Tanke folgen.
Nach ein paar Kilometern haben wir das Gefühl, dass uns diesennNachmittag noch einRegenschauer erwischen wird und wir suchen eine Stelle, wo wir die Regenjacken überziehen können. Der Schauer war schneller und so werden wir schon nass bevor wir überhaupt eine Chance haben, die Jacken überzuziehen. Trotzdemmist es mit den Jacken wärmer und da wir auch noch den Nufenenpass vor uns haben, eine gute Wahl.
Der Nufenenpass ist mit 2478 Metern der höchste Strassenpass in der Schweiz. Er ist gut ausgebaut und einfach befahrbar. Auf der Passhöhe nehmen wir einen Kaffee, einen Cappucino und zwei Stück Kuchen und berappen 24,30 CHF. Da haben wir noch Glück gehabt, die Küche war schon zu. Eine Portion Pommes hätte 9 CHF und eine Gulaschsuppe 17 CHF gekostet.
In unserer Unterkunft kommen wir um kurz nach 17 Uhr an. Das ist das krasse Gegenteil von der Ruhe in der letzten Tagen. Die Bude ist abgerockt, die Ferienwohnung im 3. Stock, den Schlüssel bekommen wir per Schlüsseltresor und die Wirte machen nicht den Eindruck als ob sie hier mal auftauchen wollen. Wir haben eine Nachricht mit Instruktionen für den Self-Check-In bekommen und die Kurtaxe sollen wir am Ende in bar in der Wohnung liegen lassen. Definitif sind die 6,8 Punkte bei Bookin.com noch viel zu hoch gegriffen. Das einzig gute ist die großräumige Lage zwischen den Pässen, dem Lago Maggiore oder dem Vierwaldstättersee.
Tagesetappe: 256 km


















