Pimp my Fahrwerk

Pimp my Fahrwerk

Ja, das leidige Thema: Ich passe nicht zu meinem Fahrwerk. Also um es genau zu sagen, Ich bin für die Universalfeder der Bonnie zu schwer.

Nun ist es natürlich immer leicht, an der Technik rumzuschrauben, aber die Ursache sind doch oft die Fähigkeiten  des Humanoiden, der den Lenker mit dem Schalthebel verbindet. Wir haben also auch an uns gearbeitet und haben ein Kurventraining beim ADAC besucht. Daraus habe ich die Erkenntnis mitgenommen, dass ein bischen Üben schon eine ganze Menge bringt, dass das aber öfter sein muss. Also am Fahrwerk rumschrauben hilft, aber nicht alleine.

Nachdem ich mich eine ganze Menge mit Beiträgen zu der Materie beschäftigt habe (Triumph Hamburg mit ihren Youtube-Beiträgen sei Dank), bin ich schon seit ein paar Wochen, auch nach etlichen Gesprächen beim diesjährigen Treffen des Thruxton-Forums zu der Einsicht gekommen, dass das Fahrwerk leichter anzupassen ist als mein Gewicht.

Fahrwerk vorne

Nur wie kann ich die Gabel meinen wechselnden Belastungen mit und ohne Gepäck anpassen. Lange habe ich dazu recherchiert und bin letzten Endes bei Öhlins fündig geworden. Dort gibt es seit kurzem ein Gabel-Cartridge mit ABE für die T120. Die Feder wird auf das Fahrergewicht inklusive Bekleidung ausgelegt. Gerüchten zufolge soll die Originalfeder von Triumph auf ein Fahrergewicht von 75 kg ausgelegt sein, da liege ich „knapp“ drüber. Mit Gepäck ist das dann gut das Doppelte.

Nun mag ich nicht an Dingen rumschrauben, von denen ich (noch) keine Ahnung habe. Deshalb geht es Morgenfrüh auf nach Rheda-Wiedenbrück zu ClassikBike Raisch. Dort haben sie die passende Feder und das Gabel-Cartridge bestellt und bauen das ein. Außerdem wird dann noch gleich das Kettenkit mitgemacht. Wenn ich dann schon in der Werkstatt bin…

ClassicBike Raisch


Heute Morgen um kurz vor Acht geht es los. Auf nach Rheda-Wiedenbrück. Stau gibt es keinen und so rolle ich um Punkt 9 auf den Hof bei ClassikBike Raisch. Die Bühne wartet schon und es geht nach einem Kaffee direkt los.

Als Erstes wird das Kettenkit gemacht. Die Gabel kommt später dran. Die Kette ist am Ende. Spielraum zum Verstellen der Spannung hat die nicht mehr. Der Stellweg der Kette ist am Anschlag. Vom Ritzel kann man die Kette auch abheben. Kommentar: „Die rasselt schon!“ Eigentlich war die Kette schon vor dem Urlaub renovierungsbedürftig. Ich wollte aber erst den Öler einbauen und die Ölmenge dann auf der alten Kette einstellen. Die Phase, wo die Kette zu trocken läuft, kann ich der neuen Kette dann ersparen.

So, fertig ist das gute Stück. Nun geht es auf die Landstraße zum Testen.

Keine Ahnung, was für einen Zauberspruch die bei Rainer benutzt haben, aber ich lerne heute ein ganz neues Motorrad kennen. Das Verhalten ist durch die Änderung der Übersetzung spritziger und das Fahrwerk mit den neuen Federn und Cartridges viel agiler. Kreisverkehre, die oft ein Gewürge waren, gleichen jetzt eher einem Tanz mit der Straße.

Die Maschine macht mir heute richtig Spaß und ich habe auf dem Weg zurück ein Dauergrinsen im Gesicht.

Mich hat es erst einmal an den Möhnesee verschlagen, wo ich mir eine Kleinigkeit zu Essen suchen werde.

Der einzige Laden, der am Dienstag offen hat, ist „Geronimo“. Ich halt dort an und genieße (noch) die Sonne auf der Terrasse. Nach einem Imbiss zieht es sich langsam zu und ich mache mich zügig auf den Weg.

Und dann kam alles ganz anders

Kurze Zeit später – in der Nähe von Wickede – geht die Motorkontrollleuchte an. Ich bleibe erst einmal stehen und kontrolliere die Stände der Betriebsflüssigkeiten und die Temperaturen. Alles scheint normal zu sein. Also rufe ich bei Triumph in Dortmund an. Wir checken noch ein paar Dinge durch und beschließen, dass ich auf eigener Achse vorsichtig in die Werkstatt nach Dortmund fahre. Die Fehlerdiagnose ergibt, dass des LED-Modul des Rücklichtes kaputt ist. Das ist ärgerlich, weil das Mopped seit Anfang Oktober aus der Gewährleistung ist.

Ich war eigentlich mit Leuten vom SR500-Stammtisch verabredet. Die kleine Werkstatt ist direkt um die Ecke von Triumph. Also lasse ich mein Mopped bei Triumph in der Werkstatt und gehe zu Fuß zur SR-Werkstatt. Dort werde ich von Sandra eingesammelt.

Shit happens – aber das war reiner Zufall, dass das Rücklicht heute kaputt gegangen ist.


Fahrwerk hinten

Als zweiten Schritt habe ich heute die Federbeine hinten gegen Öhlins TR-644 getauscht, natürlich „Blackline“.

Ich habe die Federbeine voreingestellt bei Rausch bestellt. Dabei habe ich die Federbeine, die längenverstellbar sind auch etwas längdr gemacht, so das die Gabel etwas steiler wird. Das könnte dem Mopped noch ein bischen mehr Handlichkeit geben.

Schick sehen die Federbeine auf alle Fälle schon mal aus. Morgen, so das Wetter mitspielt, werde ich eine Runde zum Testen fahren.

Unter dem Strich sparen die Öhlins-Federbeine auch 900 g ein. Die Originalfederbeine wiegen 1957 g pro Seite. Öhlins kommt nur auf 1489 g pro Seite.

Fahrtest auf der Strasse

Heute stand der Test auf der Strasse an. Hier nun mein vorläufiges Fazit: Der Einbau des Öhlins-Gabelcartridge vorne hat sehr viel gebracht, die hinteren Öhlins- Federbeine runden das Fahrwerk nun perfekt ab. Der Kontakt zur Strasse ist sehr viel besser geworden, Bonnie reagiert viel spontaner und leichtfüßiger auf Lenkbewegungen. Der Shimmy-Effekt tritt bei keiner Geschwindigkeit mehr merkbar auf. Allerdings merkt man auch Unebenheiten der Strasse deutlich mehr und Bodenwellen schlagen mehr durch, was bei einem strafferen Fahrwerk ja auch nicht anders zu erwarten ist. Es schaukelt sich aber auch nichts mehr auf.

Alles in Allem war die Fahrwerksoptimierung ein sehr guter Schritt. Die Originalbestückung ist zumindest für mein Gewicht und die hohe Zuladung mit Gepäck zu weich und die Dämpfung zu gering.

Nach 4000 km mit Gepäck

Nun kann ich nach 4000 km mit Gepäck auf sehr unterschiedlichen Strassen sagen, dass sich der Umbau sehr gelohnt hat. Die Maschine ist agiler, reagiert nicht mehr auf Rillen, Bodenwellen, Schlaglöchern und folgt der Linie, die sie fahren soll. Die Fahreigenschaften sind also auch mit viel Gepäck top.

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