Schottland 2022

Schottland 2022

Nachdem wir schon 2020 und 2021 einen Anlauf genommen haben, wird es dieses Jahr wirklich klappen. Unser Start ist am 15.07.. Von Dortmund geht es es nach Amsterdam zur Fähre. Alles ist gepackt. 😀

Reise, Reise!

Nach dem Einchecken auf der Fähre müssen wir die Moppeds selbst verzurren. Wir haben Gurte dabei, es gibt aber auch ausreichend Gurtmaterial auf der Fähre. Nach kurzer Zeit haben wir unsere Kabine gefunden und sind umgezogen. Das erste Bier der Reise nehmen wir in der Sky Bar auf dem Oberdeck. Wir finden die 7 Euro für eine Dose Heineken zwar ziemlich übertrieben, aber der Ausblick während der Ausfahrt aus dem Hafen und die Stimmung dort oben entschädigen uns.

Leinen los. Jetzt geht’s wirklich nach Schottland. Wir können es kaum glauben.
Vorbei an der alten Hafenfestung…
… geht es auf die Nordsee.

Für Edinburgh haben wir eine Unterkunft geplant. Zwei Tage lang wollen wir uns die Stadt anschauen. Danach haben wir noch die nächste Unterkunft in Connon Bridge gebucht. Von hier aus werden wir Tagestouren unternehmen und die Highlands erkunden.

Mit 3 Jahren Anlauf in der „Sky Bar“ das erste Bier im Urlaub!

Abends geniessen wir das Buffet auf dem Schiff und besuchen kurz das Live-Programm in der Schiffsbar. Wir bleiben aber nicht lange. Morgens stehen wir früh auf. Auf der Backbordseite ist die britische Küste zu sehen. Das Wetter ist trocken und angenehm temperiert.

Erster Sichtkontakt mit der britischen Küste

Nach einem kleinen Rundgang auf dem Schiff gehen wir zum Frühstück. Das Frühstückbuffet ist sehr reichhaltig und bietet alles, was man sich wünschen kann.

Beim Frühstück zeigen sich kleine Differenzen bei den Essgewohnheiten.

Die Einreise in Newcastle ist unkompliziert und geht schnell. Nachdem die Papiere gecheckt sind, können wir weiterfahren. Hinter der Einreisekontrolle ist ein Einkaufszentrum. Wir halten hier und sortieren uns noch einmal, stellen bei Sandra den Tacho auf Meilen um und schauen noch einmal auf die Karte. An den Linksverkehr gewöhnen wir uns schnell. Wir nehmen die Route entlang der Küstenstrasse. Bei Angelfeed biegen wir an die Küste ab und finden einen schneeweissen Sandstrand.

Unterwegs haben wir schon gedacht, wir hätten uns verfahren und wären in der Karibik gelandet…
… aber dann haben wir gesehen, es ist an der Nordsee!

Um 13:00 Uhr errreichen wir die Schottischen Grenze und machen einen Halt.

Nach einer Mischung aus verschiedensten Strecken von Bundesstrassen bis Single Roads sind wir um 15:00 Uhr bei unserer Unterkunft. Wir haben ein schönes Zimmer im Erdgeschoss, so dass wir das ganze Gepäck nicht über Treppen nach ober tragen müssen. Wir werden von Chris sehr freundlich in Empfang genommen und nachdem wir das Gepäck im Zimmer haben, parken wir die Moppeds in einer verschlossenen Garage.

Das Straven Guest House liegt sehr ruhig gelegen nur ein paar Meter weg von einem Badestrand. Gut dass Sandra trotz Vorwarnung keinen Badeanzug mitgenommen hat.


17.07. Unseren ersten Tag in Edinburgh starten mit einem guten Frühstück. Sinead und Chris, die Betreiber von Stravens Guest House, setzen viele Ideen um, um keinen Abfall zu produzieren. Am Abend vorher füllt man einen Frühstückszettel aus und wählt, was man frühstücken möchte. Genau das wird dann geliefert. Alles wird frisch zubereitet und vieles selbst hergestellt. Das Frühstück ist köstlich und ein guter Start in den Tag.

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus in die Altstadt. Für 14:00 Uhr haben wir den Eintritt ins „Edinburgh Castle“ gebucht.

In Edinburgh können sich unsere Nahverkehrsverwaltungsvermurkser mal anschauen, wie ÖPNV funktionieren kann. Es gibt in der ganzen Stadt nur einen Tarif. Man bezahlt bar oder mit Karte. Bar muss man das Geld passend haben und zahlt jede Fahrt einzeln. Mit der EC-Karte checkt man sich bei der ersten Fahrt eines Tages ein. Dann werden alle Fahrten des Tages gesammelt und am Ende bekommt man eine Abbuchung für den günstigsten Tarif. Alle steigen beim Fahrer ein, daher ist Schwarzfahren ausgeschlossen. Und die Busse sind pünktlich.

Hier zeigen uns die Blumen nicht nur, wie lange die Queen schon im Amt ist, sondern auch wie spät es ist.
In der Gasse vor der Burg steht ein Dudelsackspieler. Er akzeptiert für den kleinen Obulus sogar hier Kartenzahlung. Ist das nicht bemerkenswert in Sachen Digitalisierung.

Das „Edinburgh Castle“ ist eine beeindruckende Anlage mit Einflüssen und Gebäuden aus verschiedensten Epochen. Man kann hier den Konflikt der Schottischen Identität und der britischen Zugehörigkeit an allen Ecken und Enden spüren. Die Tickets mussten wir vorab online buchen. Dazu kann man einen Audio-Guide bekommen, der uns zu den einzelnen Gebäuden und zur Geschichte viele Informationen verschafft. Sehr interessant ist, wie stark die historische Darstellung an vielen Stellen militärisch geprägt ist. Die britische Geschichte ist ja eng mit der Beherrschung anderer Länder verbunden, die über lange Zeit auch die Grundlage eines gewissen Wohlstandes waren. Man darf gespannt sein, wie sich ein wirtschaftlich isoliertes Grossbritannien in Zukunft machen wird.

Natürlich kann ich einer kleinen Sünde nicht widerstehen und kaufe ein paar Edradour Fudges.

Abend wollen wir in ein Restaurant mit Grill und Bar gehen,  verirren uns aber zu einem Inder. Das Essen ist sehr lecker, der Service optimierungsfähig.

https://bonofulrestaurant.com/


Am 18.06. ist es in Edinburgh sehr heiß. Die Temperaturen sind angeblich noch nie so hoch gemessen worden, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Eigentlich wollten wir heute zu „Arthurs Seat“. Den Weg auf den Berg müssten wir zu Fuß gehen und es gibt keinen Schatten. Daher buchen wir eine Besichtigung der royalen Yacht „Britannia“.

Das Schiff ist beeindruckend. Im Betrieb waren hier 20 Offiziere 220 Matrosen und 40 bis 50 Bedienstete beschäftigt, um die royale Familie sicher und komfortabel zu allen möglichen Orten der Erde zu bringen.

Das Mittagessen nehmen wir heute auf der „Britannia“ ein.

Die Tour über die „Britannia“ kostet 18 Pfund, die wir aber gerne bezahlen. Das Schiff ist wirklich außergewöhnlich, weil dort alles darauf ausgelegt ist, einen perfekten Auftritt der königlichen Famile zu gewährleisten. Selbst der Maschinenraum sieht aus, als ob dort noch nie ein Tröpfchen Öl oder Schweiß geflossen ist.

Wir beschliessen, heute nichts mehr zu unternehmen. Die Besichtigung der „Britannia“ hat insgesamt inklusive Lunch 4 Stunden gedauert. Wir nehmen noch einen Cappuccino und ein Stück Kuchen im Ocean Drive Center zu uns, von wo aus wir einen guten Blick über den kleinen Hafen und das Meer haben und fahren dann mit dem Bus in Richtung Unterkunft. Chris steht vor der Tür und wartet auf einen Parkplatz. Uns wird wieder bewußt, dass Straven Guest House direkt in Strandnähe liegt und bei dem schönen Wetter ist der Strand voll.

Klicke auf das Bild, um zu der Webseite vom Straven Guest House zu kommen!

Am 19.06. ziehen wir weiter in die Highlands. Unser nächstes Ziel wird das Biker B&B „The White House“ in Conon Bridge.

Morgens kommen wir zeitig los und umfahren den „Forth of Firth“, fahren bis Perth auf der Autobahn und nähern uns wieder der Küste an. Wir folgen der Küste bis nach Dunnottar Castle, eine beeindruckenden Ruine auf einem Felsen vor der Küste.

Dunnattor Castle

Eigentlich wollten wir hier mit der Drohne fliegen. Während der Öffnungszeiten ist das Fliegen am Castle zwar verboten, ein Stück weiter werde ich aber mal einen Versuch wagen.


Wir planen heute nicht ganz so weit zu fahren. Die Destillerien „Glenfiddich“ und „Glenlivet“ liegen „zufällig“ auf der Route.

Kleine Whisky-Tour durch Speyside


Eine kleine Tour durch den Shop kann ich mir bei Glenfiddich nicht verkneifen. Eine Tour durch die Produktion ist leider ohne eine lange Vorausbuchung nicht möglich.

Dufftown gilt als das Herz der Speyside oder auch als Whiskyhauptstadt der Highlands und als Ursprung der Single Malts. In der frühen Jahren des 19. Jahrhunderts gab es hier 7 Destillen. Die prägten den Ausspruch:

Rome was built on seven hills,
Dufftown stands on seven stills.

Zentrum von Dufftown

In Dufftown nehmen wir noch einen Kaffee und eine Brownie und machen uns dann auf den Weg zur „Glenlivet“ Destillery.

Edradour, meine absolute Lieblingssorte, haben wir vom Zettel gestrichen. Shop und Destillery sind wegen Conona für Besucher geschlossen. Die Destillery ist äußerlich moderner, die Auslage im Shop begeistert aber durch die Farben.

Von Glenlivet aus fahren wir nach Ballater, dort ist die nächste Tankstelle. Mit dem letzten Tropfen im Tank erreiche ich den Hof. Wir finden in Ballater auch eine Pizzeria und holen uns dort das Abendessen. in der Nähe ist auch die königliche Sommeresidenz Balmoral. Gespeist wird unter freiem Himmel auf eine Bank neben der Kirche. Die Stecke nach Ballater ist für uns ein Spielplatz für Große. Die Strecke ist sensationell. Die fahren wir auch gerne hin und zurück.

Kirche in Ballater
Dorfplatz in Ballater

Auf dem Rückweg halten wir noch am „Corgarff Castle“ an, um mit der Drohne ein paar Landschaftsaufnahmen zu machen. Als wir wieder abfahren, sehen wir das Schild amTor, dass dort Drohne fliegen nicht erlaubt ist. Zu spät – die Bilder sind schon gemacht.

Old Military Road
Highlands

21.07. Heute fahren wir nach John O’Groats an die Nordwestspitze von Großbritannien.

Ein paar Bilder sagen eigentlich mehr als 1000 Worte.

Von John O’Groats geht es weiter nach „Dunnet Head“, dem nördlichsten Punkt der Insel. Auch hier ist die Landschaft unbeschreiblich.

Erstaunlicherweise sehen wir in den Klippen Papageientaucher, die immer nur zum Brüten an Land kommen und sich ansonsten auf dem Meer aufhalten.

10 Stunden nach dem Frühstück bekommen wir langsam Hunger und halten unterwegs in einem Restaurant an der A9 mit Blick auf die traumhafte Küste an.

Blick aus dem „The Bay“ in Dunbeath
Pulled Pork Burger – Zum Glück Pommes gegen Salat getauscht…

22.07. Nachdem wir die letzten beiden Tage lange Touren gefahren sind, lassen wir es heute ein bischen ruhiger angehen. Wir werden nur das nähere Umfeld erkunden.

Unser erster Stop ist „Rogie Falls“. Sandra wollte auch mal ein bischen gehen. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein und als wir zurück an den Moppeds sind, bin ich fix und alle. Die Motorradjacke mit Regenmebran ist für die Tour die falsche Bekleidung.

Oben geht es noch ganz langsam zur Sache…
Dann kommt langsam Bewegung auf…
Und dann kommen die Falls.
Rogie Falls

Erst nach dem Fußmarsch lese ich die Beschreibung. Hätte ich vorher machen sollen, dann hätten wir vielleicht die Regenmembrane vorher rausgenommen oder den gelben Weg gewählt. 😁

Von den Rogie Falls fahren wir ein bischen über Land. Wir haben uns eine kleine Strasse ausgeguckt, die wir als Drehort für Videos mit der Drohne nehmen wollen. Die Versuche, die Drohne bei etwas höherer Geschwindigkeit als Schrittgeschwindigkeit hinterherfliegen zu lassen, kann man ruhig als gescheitert bezeichnen. Das Problem ist dass die Steuerung immer irgendwo rumbaumelt und etwas an die Steuerknüppel kommt, dass dann die Drohne vom Kurs abbringt.

Wir fahren weiter zur Glenmorangie Destillery, wo wir für den nächsten Tag eine Besichtigung buchen. Gut dass das wenigsten geklappt hat. Außerdem erleichtern wir unser Portemonnaie etwas und kaufen ein bischen Whisky ein.

Wir fahren bei der Glenmorangie Destillery vorbei und buchen einen Rundgang durch die Destille am nächsten Tag. Danach fahren wir in den Ort Tain und steuern eine Fish&Chips-Bude an. Einmal im Urlaub auf der Insel müssen wir das haben, auch wenn die Chips hier oft wenig kross sind. Der Backfisch ist klasse.


23.07. Wir fangen den Tag heute bei sehr angenehmen Temperaturen an und besuchen die Glenmorangie Destillery.

Diesmal ohne Shopping, aber mit Führung. Schnell fällt uns auf, dass sich der Prozess der Herstellung von Whisky und Bier ähnelt, nur dass der Whisky nach der Gärung destilliert wird und dann einige Jahre lagern muss, während man Bier schon nach ein paar Wochen trinken kann.

Fotografieren ist in der Destillerie leider verboten, Da hier an verschiedenen Stellen eine explosionsfähige, alkoholgeschwängerte Atmosphäre herrscht, kann ich das gut verstehen.

Nach der Brennerei fahren wir ohne tieferen Plan einfach ein bischen in ein Tal und stolpern direkt über die nächste Destille „Balblair“.

Wir folgen dem „River Carron“ und später dem „Black Water“. Nach einer Weile entdecken wir ein paar Stromschnellen mit kleinen Wasserfällen. Der Weg ist eine Kraxelei über Stock und Stein, aber der Ausblick und die Ruhe am Fluss ist überwältigend.

Wir fahren bis an das Ende des Tal und machen dort an einer kleinen Kirche mit einer Kriegsgräberstätte halt. In der ganzen Gegend scheint es nur Schafe zu geben. Am Ende der Strasse steht ein „Holiday-Cottage“ zum Mieten. Wer hier Urlaub macht, sucht wirklich die Abgeschiedenheit. Wir kommen weder auf Reifen noch zu Fuss weiter. Also muss die Drohne herhalten. Es fängt aber an zu regnen und so machen wir uns auf den Rückweg.

Croick Church

Auf dem Rückweg folgen wir nicht der Küste. Wir nehmen eine Route quer durch das Land, über die Hügel und durch verschiedene Täler. Von hier oben offenbart sich die ganze Schönheit des Landes, auch wenn es immer wieder Schauer gibt. Wir finden einen Aussichtspunkt, von dem aus wir den ganzen „Dornoch Firth“ überblicken können.

Da das Wetter nicht besser werden wird und wir nicht vollständig durchnässt werden wollen, fahren wir von hier aus zu unserer Unterkunft im Biker B&B The White House. Klickt auf das Bild, um direkt auf die Webseite des Biker B&B The White House zu kommen.

Klicke auf das Bild, um zu der Webseite von Bike B&B The White House zu kommen!

24.07. Heute hat es bis morgens geregnet und am frühen Nachmittag wird es wieder anfangen zu regnen. Die Sonnenpause dazwischen werden wir für eine Tour mit dem Bus nach Inverness nutzen und uns diese kleine Stadt anschauen.

Morgen ziehen wir dann nach Applecross an der Westküste um.

Wir stellen an der Bushaltestelle erst einmal fest, dass dort ganz andere Abfahrtszeiten stehen, als wir online erfahren haben. Die Fahrpläne an der Bushaltestelle sind schon ein Jahr alt. Die Onlinepläne sind korrekt und der Bus ist absolut pünktlich. Zahlen geht wieder problemlos beim Fahrer per Kreditkarte. So macht die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Sinn und auch ein bischen Spass, weil es einfach unkompliziert ist.

Als Erstes peilen wir „The Victorian Market“ an. Sandra entdeckt unterwegs einen offenen Sports Store und beschliesst Bekleidungslücken zu schließen. Direkt gegenüber ist dann auch „The Victorian Market“, ein historischer, überdachter Markt.

Wir folgen erst einmal der Route zum Fluss „Ness“. Dort stehen noch einige Brücken aus Victorianischer Zeit. Einige sind allerdings auch schon gegen moderne Brücken ausgetauscht.

River Ness

Die Kathedrale ist auch in der Mitte der 19. Jahrhunderts gebaut worden. Eigentlich sieht sie älter aus. Am Empfang werden wir von einem Mitarbeiter empfangen, der akzentfrei Deutsch spricht. Die Kathedrale ist beeindruckend, auch wenn wir schon größere besucht haben.

Wir bummeln noch zum Castle, obwohl schon von Weitem zu sehen ist, dass es von einem Bauzaun umgeben ist.

Inverness Castle

Vom Castle gehen wir in Richtung Altstadt und kehren in einer – nennen wir es mal – Edelpommesbude ein. Fish&Chips bestellen wir ohne Chips – mit Salat stattdessen – und werden positiv überrascht. Das Essen ist klasse und preislich auf kontinentalem Niveau.

Wir nehmen den Bus zurück nach Conon Bridge und haben auch hier Glück, weil wir 2 Minuten vor Abfahrt am Busbahnhof sind. Als wir in Conon Bridge ankommen regnet es wieder. Heute haben wir alles richtig gemacht.


25.07. Heute verlassen wir Conon Bridge und ziehen nach Applecross an der Westküste um. Es regnet heute dauerhaft, aber am Vormittag soll es trockener werden. Die Westküste hat schon trockenes Wetter.

Die Motorräder stehen trocken unter einem Carport. Meine Sitzbank entpuppt sich allerdings wieder als Lieblingsplatz der Hauskatze.

Wir schlagen einen kleinen Umweg ein und fahren erst einmal in Richtung Ullapool und folgen dann der Küstenlinie. Unterwegs finden wir ein kleines Café, das eigentlich voll ist. Zwei Motorradfahrer aus den Niederlanden sind aber so freundlich, mit uns den Tisch zu teilen. Der Raum des Cafés hat eine riesige Fensterscheibe und man hat eine herrliche Sicht in die Umgebung.

Nachdem wir uns dort etwas aufgewärmt haben, fahren wir weiter in Richtung „Applecross Pass“. Die Landschaft begeistert uns. Leider kann man das nicht so in Bildern einfangen. Die Dimensionen, die Farben, die Eindrücke, das läßt sich alles in Bildern gar nicht ausdrücken.

Der Applecross Pass selbst ist der Hammer. Als Single Road schlängelt er sich bergauf und wir müssen aufpassen, wann uns Fahrzeuge entgegenkommen. Gerade vor Kehren ist es besser zu warten und dann in einem Schwung durchzufahren. Die Landschaft ist absolut atemberaubend. Wir haben hier das Gefühl, als würden wir stundenlang durch eine Filmkulisse fahren. Am Anfang haben wir noch jeden Wasserfall bestaunt, aber hier gibt es so viele, dass man die einzelnen gar nicht mehr fotografieren kann. Oben sind es allerdings auch nur 8°C und sehr windig und da unsere Bekleidung etwas klamm ist. Es wird schnell unangenehm kalt.

Abends bringt uns unser Vermieter mit dem Auto zum „Applecross Inn“, dem einzigen Restaurant, das in der Gegend geöffnet hat. Die Einzigartigkeit lassen sie sich bezahlen, aber das Essen ist klasse.

Applecross Inn

26.07.2022 Heute fahren wir nach Skye. Die Tour führt uns von Applecross über den Applecross Pass um Loch Kishorn und entlang am Loch Carron nach Plockton. Am Pass wechselt das Wetter sehr schnell.

Während die eine Seite in Nebel gehüllt ist, ist die andere Seite klar und bietet beste Ausssicht.

In Plockton machen wir einen ersten längeren Stopp.

Plockton Harbour Street
In Plockton ist Ebbe.

Wir fahren über die Skye-Bridge und dann die Ostküste hoch. Von Portree aus fahren wir zum „Old Man of Storr“. Beim „Old Man of Storr“ halten wir kurz an, aber die Stelle ist vollkommen überlaufen mit Touristen, das Wetter ist diesig und wir beschliessen weiter zu fahren. Der nächste Halt ist der „Kilt Rock Wasserfall“.

Kilt Rock Wasserfall

Wir fahren weiter in Richtung Norden. In Staffin machen wir einen Abstecher an die Pier. Etwas abseits davon ist eine gute Stelle, um mit der Drohne zu fliegen und Aufnahmen von der Gegend zu machen.

Wir fahren um die Nordspitze, halten an verschiedenen Stellen an, um die Landschaft zu bestaunen oder Fotos zu machen und folgen dann der Osteite der Insel zurück nach Portree.

Als wir wieder am B&B ankommen, geht gerade die Sonne unter.


27.07. Das B&B ist sehr ursprünglich. Seonag und Alaster kümmern sich rührend um uns. Es ist hier ein bischen wie Wohnen mit Familienanschluss. Die Zimmer sind nicht all zu gross, wir verkleinern die Fläche noch durch unsere Koffer, Topcases und das ganze Geraffel. Seonag betreibt den einzigen Laden hier weit und breit, außerdem das Postoffice. Alaster züchtet Schafe. Alles in Allem ist das hier aber ein sehr angenehmer Aufenthalt. Die Ruhe und die Gelassenheit, mit der hier das Leben gelebt wird, ist ein angenehmer Kontrast zu dem Zirkus, der uns zuhause wieder erwartet.

Blick aus dem Bett vor dem Aufstehen

Wir werden heute noch einmal nach Skye fahren. Der südliche Teil der Insel wartet ja noch auf uns.

Was für ein geiler Tag! Heute Morgen sind wir bei leicht bewölktem Himmel losgefahren, haben dann auf dem Applecross Pass noch ein bischen Nieselregen abbekommen und dann den ganzen Tag angenehme Temperaturen und Sonne gehabt. Man kann das gar nicht beschreiben. Am besten zeigen das Bilder. Abends kehren wir noch im Applecross Inn ein. Sineag hat schon morgens einen Tisch für uns reserviert, sonst wäre das aussichtslos.

Die Küche im Applecross Inn versteht ihr Handwerk. Heute Abend wird einmal geschlemmmt, nachdem wir gestern Selbstversorgung aus dem Supermarkt gemacht haben.


28.07. Heute sind wir umgezogen.

Den Tag können wir durchaus als Tag der Kontraste bezeichnen. Heute Morgen sassen wir noch mit Meerblick bei einer sehr liebenswürdigen B&B-Gastwirtin bei bestem Sonnenschein und haben den Tag genossen. Danach verlassen wir Applecross auf der Küstenstrasse. Der Weg ist 18 Meilen länger, aber die Strecke um die Halbinsel herum wollen wir uns auch anschauen.

Unterwegs steht eine Herde Hochlandrinder auf der Fahrbahn und macht überhaupt keine Anstalten sich zu bewegen. Mit den Motorrädern können wir uns durchschlängeln, aber das Wohnmobil braucht mehr Geduld.

Wer erkennt den Drehort? In Schottland wurden eine ganze Reihe bekannter Filme gedreht. Eilean Donan Castle ist bekannt aus „Der Highlander“.


Irgendwo vor Glencoe begann es intensiver zu regnen. Damit änderte sich auch der ganze Tag.

Im Glencoe-Tal hängen die Regenwolken fest.

Die Unterkunft in Tarbet ist der krasse Gegensatz. Das Tarbet Hotel hat seine besten Zeiten irgendwann vor 40 Jahren oder früher gehabt. Nicht dass es voller kurioser Gebäudeeigenheiten ist (alle Brandschutztüren öffnen sich gegen die Fluchtrichtung), ist der Laden auf interessant organisiert. Im Restaurant kann man keine Getränke bestellen. Die Getränke müssen wir uns von der Bar holen. Das wäre an sich kein Problem, wenn der Barkeeper schneller als der Koch wäre. Der Barkeeper bringt so ca. alle 5 Minuten ein Getränk raus. Die Schlange ist lang und als ich wieder am Tisch bin, ist das Essen auch schon halb kalt.

Es gibt in jedem Jahr eine Unterkunft, die klarer Verlierer ist. Bisher dachte ich, das war die Kabine auf der Fähre, aber kein Ausblick, ist noch besser als der Blick in den Hinterhof des Hotels. Das Einzige, was dort zur Verschönerung beträgt, sind unsere beiden Moppeds.

Interessant ist auch, dass das ganze Hotel voller Gehörloser ist, was an sich auch gar kein Problem ist. Nur für wen spielt dann der Musiker in der Bar live. Und hat dem mal einer erklärt, dass Gehörlose die Musik auch nicht hören, wenn er lauter singt? Jedenfalls ist er so laut, dass wir auch bald nichts mehr verstehen…


Sandra will die Gegend zu Fuß erkunden und ich wollte zum „Wallace Monument“. Als ich losfahren will, ist das Schloss von der Badezimmertür blockiert. Leider sind mein Helm und meine Handschuhe drinnen. Diese amerikanischen Drehschlösser sind echt der letzte Mist. Die klemmen ja nicht zum ersten Mal. Die Reinigungskraft hat einige Mühe, das Schloss wieder zu öffnen. Nach ein paar Versuchen ist sie erfolgreich. Die Tür werden wir wohl nicht wieder ganz verschliessen.

Sandra macht eine große Runde zu Fuss. Unterwegs entdeckt sie ein Restaurant, in das wir abends einkehren werden.

Ich dagegen mache noch eine Runde mit dem Motorrad und besuche noch zwei Orte, die auf dem Zettel habe: Die „Edradour Destillery“ und das „Wallace Monument“. Zusammen gibt das eine ordentliche Runde zum Abschluss.

Auf dem Weg entdecke ich eine kleine Strasse, die die Berge führt. Oben halte ich an einem kleinen Staudamm. Von dort oben ist die Aussicht hervorragend.

Die „Edradour Destillery“ ist zwar geschlossen, ich fahre aber trotzdem dort vorbei, um zu erfahren, wo mein Lieblings-Whisky hergestellt wird.

Edradour Destillery

Zim Wallace Monument muss ich das letzte Stück zu Fuss. Nach ein paar Minuten ist der beschwerliche Weg aber zurückgelegt.

Wallace Monument
Aussicht vom Wallace Monument

Das Restaurant „Slanj“ ist eine ehemalige Kirche. Das Essen ist vorzüglich, das Bier aus eigener Herstellung und die Atmosphäre sehr angenehm.

Klicke auf das Bild, um zur Webseite des „Slanj“ zu kommen.

30.07. Heute ist Reisetag. Von Tarbet geht es nach Newcastle auf die Fähre.

Das Tarbet Hotel werden wir nicht vermissen. Am Ende haben sie sich noch zu unseren Gunsten verrechnet. Wir haben das als gerechten Ausgleich für ein dreckiges Zimmer und schlechten Service hingenommen. Wir starten bei Regen, aber das Glück ist mit uns und die letzten 2 Stunden vor der Fähren sind trocken. Mit nassen Motorrad-Klamotten in der Kabine auf der Fähre hätte ein feucht, warmes Klima gegeben. Einchecken, Motorräder verladen und die Kabine finden geht alles ohne Probleme. Dann geht es auf das Oberdeck zur Happy-Hour. Das Bier bringen wir dieses Mal selbst mit. 7 €für eine Dose Heineken ist doch etwas übertrieben.

Die Überfahrt verläuft ereignislos. Das Buffet im Bordrestaurant „Explorers Kitchen“ können wir empfehlen. Das Frühstück ist auch sehr gut und reichhaltig.

In Ijmuiden (Amsterdam) regnet es erst einmal wieder. Ab Arnheim ist es dann wieder trocken. Kurz hinter der Grenze machen wir eine Pause zum Tanken. Vor dem Urlaub hätten wir uns gar nicht vorstellen können, dass wir uns mal über Preise von1,67 €/L freuen würden. Aber auf der Insel lagen die Preise eher bei umgerechnet 2,40 €/L und in Niederlanden bei 2,08 €/L liegen.

Nach 4030 km kommen wir gut erholt um 15:00 Uhr wieder zuhause an.

2 Gedanken zu „Schottland 2022

  1. Kleiner Tipp für die Zukunft:
    Bitte vor dem Veröffentlichen unbedingt an das Korrekturlesen denken.
    Euer Bericht strotzt nur so vor Schreibfehlern, Buchstabendrehern und fehlenden Buchstaben!!
    Das vergrault einem das Lesen des eigentlich ansonsten recht kurzweilig geschriebenen Reiseberichts völlig – leider 🙁

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