YAMAHA SR 500

YAMAHA SR 500

Männer entwickeln in der Mitte ihrer Schaffensphase seltsame Gelüste und erinnern sich an die vermeintlich schöneren „jungen Jahre“ . Meine gehen eindeutig in Richtung Oldtimer. Meine Bonnie ist schon ein modernes Gerät in „alten Kleidern“, aber sie ist eben „retro“ und nicht alt. Nun kam es zu einer schicksalhaften Begegnung bei ebay-Kleinanzeigen: Ich entdeckte eine SR 500 in einem vermeintlich guten Zustand, Baujahr 1979, 42.000 Kilometer auf der Uhr. Eine SR500 hatte ich schon früher. Ich habe sie damals nur schweren Herzens abgegeben, aber als sie weg war habe ich das sofort bereut.

Ich musste erst einmal mit mir kämpfen, ob ich darüber mit meiner Gudsten kämpfen will, aber last but not least habe ich beide Kämpfe gut überstanden.

Samstag machen wir uns auf den langen Weg in den Schwarzwald und schauen uns das gute Stück genau an.


Die erste Begegnung

Um 05:00 Uhr klingelt der Wecker. Wir wollen heute in den Nordschwarzwald und uns die SR500 anschauen. Es hat schon einigen Informationsaustasch per Internet gegeben, aber letztendlich zählt die Begutachtung vor Ort und die Probefahrt.

Um 05:58 Uhr fahren wir los. Erst die A45, dann auf die A5 und immer Richtung Basel. Das Wetter ist wechselhaft. Die Rückfahrt auf der SR wird bestimmt nass.

Als wir im Schwarzwald ankommen, werden wir schon erwartet. Wir plauschen, fachsimpeln und checken ganz nebenbei das gesamte Mopped durch. Danach unternehme ich eine Probefahrt. Ich fühle mich gleich wieder auf dem Gestühl wie damals. Mir wird aber auch klar, wie viel mehr Komfort, Sicherheit und Effizienz die modernen Motorräder heute haben.

Nachdem die ganzen Formalitäten erledigt sind, machen wir uns auf den Heimweg.


Die Heimfahrt

Die ersten 100km sind geschafft. Die Stärken und die Schwächen der SR sind auch gleich wieder da. Längsrillen mag der Einschleifenrahmen gar nicht. Da fängt der schnell an zu schwingen. Dafür kommt sie gut aus dem Keller – Eintopf halt. Einen ersten Stopp machen wir am Hockenheimring.

15:48 Uhr Wir sind hinter Worms und machen eine etwas längere Pause. Wir merken schon, dass wir heute sehr früh aufgestanden sind.

20:15 – wir sind wieder Zuhause. Nach 449 km Landstrasse, Autobahn, einigen Tankstopps, einer verlorenen Leerlaufeinstellschraube, Sonne, Regen, Regenbogen, unendlich vielen Schleichern auf der mittleren Spur, sind die SR und ich uns heute näher gekommen und haben ein gewisses Vetrauensverhältnis aufgebaut.

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